Weltreise Tagebuch

#59 Nusa Penida – eine Inselperle

Nadine

21. – 28. April 2018

Schnorcheln an intakten Korallenriffs mit vielen bunten Fischen, Seesternen und Seeschlangen, Moränen und Mantarochen. Wilde, steile Küsten im Süden und weiße Strände an kristallklarem türkisem Wasser. Das kleine Inselparadies Nusa Penida gleich neben Bali wird als noch untouristische Ruheoase mit halbwegs intakter Infrastruktur gehandelt. Das klingt super, da wollen wir hin.

Von Singapur geht es weiter nach Bali. Ubud sei ein kleiner ruhiger Ort im Inselinneren und soll das Paradies für Yoga, Veganer und chilligem Lifestyle sein. Yoga und vegan stimmt, chillig und klein ist es leider überhaupt nicht. In den Straßen herrscht Dauerstau, die schmalen Gehwege sind total überfüllt mit Touristen und Straßenhändlern aller Art. So trubelig haben wir uns das nicht vorgestellt und sind enttäuscht. Selbst frühes Aufstehen wird nicht belohnt. Auf einem kleinen Wanderweg sind schon kurz nach Sonnenaufgang mehrere Drohnen in der Luft und viel zu viele Menschen noch dazu. Wir arbeiten am Blog, gehen in tollen Lokalen schlemmen (inkl. genialen Rohkosttorten und Eissorten), treffen ein paar nette Menschen, denen es genauso geht wie uns und lernen auf einem Meet Up von „Iss happy“ andere vegan lebende Weltreisende kennen. Außerdem suchen wir nach einem alternativen Reisedomizil. Nusa Penida soll es dann werden, also nix wie hin.

Bali: Blick aus unserem Zimmer auf den Haustempel

Bali: Vulkan Agung

Bali: Kleiner Wanderweg in Ubud

Weiterreise am Morgen mit einem Kleinbus zu einem Hafen und mit der verspäteten sehr günstigen Autofähre nach Nusa Penida. Es gibt zwar jede Menge teurere Speedboat Angebote aber meine Lust auf eine weitere Höllenfahrt hält sich in Grenzen 😉 Nach einer Stunde Überfahrt legen wir auch schon wieder an und dürfen uns durch eins der teuren Transferangebote zu unserer Unterkunft wühlen. Alle versichern uns, dass unsere Unterkunft soooo weit weg ist und die Straße nicht gut wäre. Natürlich. Wir kennen das Spiel schon. Zähes Verhandeln, was erst nach einer halben Stunde in einem immer noch nicht gerechtfertigten Preis endet. Nach nur 20min und einer ziemlich neuen Straße sind wir auch schon da. Soviel dazu 😉

Die Bungalow Anlage ist wunderschön und das offene Bad und der Wohnbereich gefallen uns auch gut. Leider ist auch dieses noch recht neue Gebäude von abartigem Schimmelgeruch befallen. Eine kalt eingestellte Klimaanlage unter einem traditionellem Bambusdach scheint wohl nicht so gut zu harmonieren. Von da kommt nämlich der Geruch auch her. Wir werden hier also statt zwei Nächte nur eine Nacht verbringen und früher zu unserer nächsten Unterkunft wechseln.

Für den verbleibenden Tag wollen wir aber den recht nahe gelegenen Crystal Bay Beach besuchen. Wie uns einige Reiseblogs versichern macht dieser Strand oder besser das Wasser dort seinem Namen alle Ehre. Kristallklares Wasser mit einer unglaublichen Unterwasserwelt, die nicht unweit vom Strand zu sehen sein soll. Roller geliehen, losgefahren, Schnorchelset geliehen und ab ins Wasser. Ja, kristallklar. Es stimmt. Und die Unterwasserwelt…. Ist. Einfach. Nur. Genial. 😀 Leider haben wir kein Unterwassergehäuse um dir diese traumhaft bunte Welt zu zeigen. Das musst du mit eigenen Augen sehen! So viele schöne leuchtende Korallen. Weiche wie spitze. So hübsche schillernd-bunte Fische. Kleine wie große. Einzelne wie auch Schwärme. Einfach nur Wow! Selbst ich, die keine Kontaktlinsen tragen kann und noch am Strand ohne Brille recht hilflos ins Wasser tapste, sehe dank des glasklarem Wassers (und vermutlich auch durch den Vergrößerungseffekt) diese unglaubliche Welt unter den Wellen. Wir, die beide keine großen Wasserratten sind, wollen gar nicht mehr aus dem Wasser raus. Gut, dass wir mit langen Oberteilen und Shorts ins Wasser sind. Man verbrennt sich so irre schnell beim Schnorcheln! Sieht vielleicht ein bisschen verrückt aus, aber die Haut wird es uns danken! Und die Einheimischen gehen auch oft in voller Montur ins Wasser. Also doch nicht so verrückt 😉 Am besten wäre es sogar noch mit Badeschuhen ins Wasser zu gehen. Wir haben uns nämlich einige Male schmerzhaft die Füße an den scharfen Korallen gestoßen. Gab ganz schön tiefe Schnitte!

Crystal Bay Beach – die ersten Schnorchelboote sind schon da

Blick auf Crystal Bay

Pandan Beach

Blick auf den Pandan Beach

Der Crystal Bay Strand ist kein echter Geheimtipp mehr. Immerhin kommen hier jeden Tag zahlreiche Bootsladungen aus Bali her um den Touristen den schönsten Schnorchelspot Balis zu zeigen. Bali selbst kann da nicht mithalten, aber in dem Fall wird Nusa Penida gerne mit zur Insel Bali dazu gezählt 😉 Im Laufe des Vormittags kommen also immer mehr Boote und liegen dann schaukelnd auf der Wasseroberfläche. Und auch die Wellen haben inzwischen zugenommen, so dass man zwischen all den Booten aufpassen muss. Also raus aus dem Wasser, kurz halbherzig abgetrocknet und mit den Schnorchelklamotten zum nächsten Strand. Der ist nur fußläufig erreichbar. Über eine unscheinbare Treppe am Ende des Crystal Bay Strands geht es bergauf und über einen Hügel. Die Treppe ist am Anfang etwas weggebrochen, aber noch kommt man trotzdem hoch. Wie lange der Rest noch hält…? Nach nur 15min kommen wir auf der anderen Seite des Hügels an und stehen vor dem Pandan Beach. Wir sind allein in dieser kleinen Bucht und schauen den Wellen beim Branden zu. Zum Schwimmen eher weniger tauglich. Zumindest für uns 😉

Nusa Penida ist reich an einer fantastischen Unterwasserwelt. Aber auch an der Oberfläche bietet die rund 200 km² große Insel geniale Hot Spots. Und zwar nicht zu knapp. Wir wollen uns die Westküste anschauen. Hier gibt es steil abfallende Karstklippen, bis zu 200 Meter hoch und das Meer prallt hier mit einer unglaublichen Wucht gegen die Felsen in die Höhe. Ein echtes Naturschauspiel. Der Weg mit dem Roller zur Küste ist allerdings auch ein echtes Schauspiel. Oder besser: ein echtes Leidenstheater. Die Straße darf man als solche wirklich nicht bezeichnen. Eher Asphaltreste zwischen einem See aus schottrigen Kratern. Kilometerlang! Die Zeitangabe aus Google Maps können wir getrost verdreifachen! Aber wie immer zahlt es sich aus, dass wir sehr früh los sind. So ist wenigstens die „Straße“ frei und wir können uns schlängelnd die „beste“ Route in diesem Labyrinth aus Schlaglöchern raussuchen. Bei einer Geschwindigkeit zwischen Schrittgeschwindigkeit und 15km/h. Letzteres aber auch nur wenn unverhofft ein kleines Stückchen mehr als nur Asphaltreste kommen. Alle Muskeln sind durchgerüttelt und Carstens Rücken macht wieder Überstunden. Platt vom Rollerfahren. Auf Nusa Penida ist das möglich! Während dieser langen Anreise hofften wir beide inständig, dass es sich auch gelohnt hat, diese Strapazen auf uns zu nehmen.

Und wir können gleich vorweg nehmen: Hat es! Nachdem wir den Roller abgestellt haben, laufen wir querfeldein – immer dem Rauschen des Meeres nach – und schon nach wenigen Minuten stehen wir an der Abbruchkante eines 50m senkrecht abfallenden Felsens und schauen staunend der gewaltigen Brandung zu.

Meditatives Wellenstarren

Die Westküste ist wild und bietet viele Tiefblicke

Die Wellen kommen, türmen sich auf, schlagen in die Höhe und ziehen sich weiß schäumend zurück. Immer und immer wieder. Mal höher, mal leiser. Aber immer da. Meditatives Wellenstarren. Bis sich ein ganz irdisches Gefühl einstellt. Magenknurren. Also erst mal frühstücken. Banane mit Erdnussbutter und Weißbrot. Immerhin 🙂
Wir wandern entlang der Küste und kommen nicht aus dem Staunen heraus. Erst recht nicht als wir weit unter uns im Wasser die Silhouette einer Meeresschildkröte entdecken! Wow muss die groß sein, wenn wir sie so eindeutig 50m unter uns erkennen können. Leider etwas zu weit weg für unser mitgenommenes Objektiv. Foto haben wir zwar trotzdem, aber es ist eben nur ein schwarzer kleiner Fleck zu sehen 😛

Wenige Gehminuten entfernt stoßen wir auf weit unter uns liegende bizarre Felsformationen, die mal spitz, mal mit runden Pools ausgestattet sind und vom Meer umspült werden. Kommen besonders hohe Wellen erreichen sie die kreisförmigen Becken und füllen sie mit Meerwasser. Ein Einheimischer mit Angel hockt Füße baumelnd an der Abbruchkante und wirft eine aberwitzig lange Schnur hinab.

Westküste Nusa Penida

Rauhe Naturgewalten prallen aufeinander

Wir nähern uns dem eigentlichen Ziel, das den schönen Namen „Angels Billabong“ trägt. Eine Art natürlicher Infinity Pool. Eine langgestreckte Einkerbung in der Steilküste, in die regelmäßig über hohe Wellen Wasser hineinschießt und das „Becken“ flutet. Bevor wir dieses näher betrachten können, stehen wir seitlich zur „Beckenkante“ und beobachten die lauten Wellenkracher, deren Gischt uns bis an die Ohren spritzt. Wir sind allein und genießen die Kraft der Natur. Übrigens: nur eine Stunde später standen ganze Minivan Ladungen an Menschen an diesem Platz. Ja, ja – der frühe Vogel… 🙂

Nahe Angels Billabong – noch sind wir allein…

Nur eine Stunde später sieht es schon so aus…

Im „Angels Billabong“ darf auch geschwommen werden. Manchmal. Heute allerdings warnt ein dickes unübersehbares Schild vorm Plantschen. Zu viele Wellenbrecher schiessen immer wieder mit sehr viel Energie meterhoch in das Becken hinein und ziehen auch einiges wieder mit hinaus. Pure Naturgewalt. Beeindruckend zu beobachten und das ein oder andere Modelshooting macht sich diese beeindruckende Kulisse zunutze.

Angels Billabong – da wo der Fels aufhört, kommt eine Abbruchkante…

…die von hohen Wellen überstiegen werden kann und so das Becken neu füllt.

Nur ein paar hundert Meter entfernt reiht sich eine weitere Sehenswürdigkeit ein. Der „Broken Beach“ – ein senkrecht abfallender runder Klippenabschnitt, der zur Meerseite hin eine Öffnung in Form einer wunderschönen natürlichen Felsbrücke hat. Das Meerwasser wird unter der Brücke hineingespült und füllt das Innere. Sogar einen kleinen Sandstrand kann man von oben sehen. Nur einen Abstieg gibt es nicht. Aber baden gehen wäre bei der Strömung sowieso nicht möglich 😉

Broken Beach

Ein herrlicher Naturspot

Nach dem „Broken Beach“ kann man auf schmalen Pfaden der Steilküste weiter folgen und immer wieder ein paar Fotostopps einlegen. Wir sind begeistert, wieviel Naturschönheit uns hier begegnet. Türkisblaues Meer, grüne Büsche und Pflanzen, schwarze zum Teil super spitze Felsen, braune Erde und dazu noch strahlender Sonnenschein, der die ganze Farbpalette noch verstärkt. Einfach schööööön 🙂

Uns knallt die Sonne auf die sonnencreme- und schweißverschmierte Haut. Schatten ist hier kaum bis gar nicht zu finden und die einzige Abkühlung in Form von Fahrtwind auf dem Roller zieht uns wie magisch an 😉 Wir verlassen diesen Steilküstenabschnitt, in dem nun mittlerweile jede Menge Touristen herumwuseln. Nicht viele haben sich die Fahrt hier her mit dem Roller zugetraut. Stattdessen sind sie in weißen Minivans angekarrt worden – die nun auf der Rückfahrt eine zusätzlich nervige Angelegenheit für Carsten sind. Nicht nur, dass man ihnen ständig ausweichen muss, sie starten auch gerne blinde Überholmanöver. Zudem kommen sie fast immer im Konvoi von 7-8 Stück. Aber irgendwann schaffen wir auch das und lassen diese „broken street“ zum „Broken Beach“ hinter uns.

Wir entscheiden uns noch eine weitere Sehenswürdigkeit mitzunehmen. Laut Google Maps ist es nicht weit und dank der Aussage eines Einheimischen sei die Straße auch viel besser. Dankenswerterweise stimmt es! Carsten nimmt diesen kleinen Umweg trotz geplagtem Rücken noch auf sich. Wofür ich ihm übrigens unendlich dankbar bin, denn das was jetzt kommt ist nicht nur DAS Highlight von Nusa Penida schlechthin, sondern wird auch zu meinem persönlich schönsten Naturspot, den ich bislang gesehen habe.
Es ist der geniale Viewpoint auf den Kelingking Beach. Der, den wir für diesen Beitrag auch als Titelbild gewählt haben. 🙂 Man blickt von ca. 200m Höhe steil hinab auf einen feinen, hellen Sandstrand, der von einem bewachsenen, langen Karstfelsarm umgeben ist und von klarem türkisfarbenem Wasser umspült wird.

Der steile Weg hinab zum Kelingking Beach

Rund 200m unter uns prallt das Meer mit lautem Getöse an die Steilwand

Weiße Karstfelsen durchsetzt von reichlich Grün

Allein der Blick von oben nach unten auf diesen herrlichen Strand ist schon ziemlich genial. Noch genialer ist aber, dass es seit einiger Zeit einen Weg gibt, der bis nach ganz unten führt. Der ist allerdings nur für trittsichere, absolut schwindelfreie Menschen, denn er hat es echt in sich! Wie gut, dass wir heute unsere guten Halbschuhe mit gescheitem Profil anhaben. Die meisten Touristen entscheiden sich oben zu bleiben oder sie gehen nur die ersten 30 Höhenmeter um dann doch umzudrehen. Das Gelände ist wirklich steil und nur mit einer provisorischen Holzkonstruktion als Geländer abgesichert. Aber immerhin! Natürlich will ich da runter und wir hören jemanden sagen, dass man zwischen 30-45min unterwegs sei. Für Carsten ist ganz schnell klar, dass er diese Art von Weg seinem Rücken nicht antun kann und entscheidet sich dazu, eine Bank im Schatten aufzusuchen um sich hinzulegen und auszuruhen. Ich lasse ihm den Rucksack da und nehme auch nur die kleine Kamera mit um die Hände frei zu haben für mögliche Kraxelstellen. Auf dem Weg nach unten treffe ich auf Menschen, die sich leicht verängstigt auf Felsstufen gehockt haben und auch auf welche, die mir sagen ich solle gut aufpassen, und der Weg nach unten würde sich sehr lohnen! Tiefblicke bin ich von Allgäuer Grasbergen gewohnt und es macht mir nicht viel aus, dass es zum Teil wirklich steil abfällt. Konzentrieren muss ich mich aber trotzdem, denn zum Teil ist es wirklich hohes und stufiges Gelände.

Jap – ist steil

Noch im Abstieg

Traumstrand in Sicht

Leitern verbinden den Strand mit dem Weg

Unten angekommen stelle ich fest, dass es hier tatsächlich schon zwei Einheimische gibt, die unter den Schatten von Palmen Getränke verkaufen. Was für eine Plackerei muss das sein um die schweren Kisten hier herunter zu tragen? Wahnsinn. 
Ich setze mich in den Schatten und beobachte fasziniert die unglaublichen Wellenbrecher. Und die Menschen, die am Strand wetteifern, wer den Wellen am nahsten kommen kann ohne von ihnen ins Meer gezogen zu werden. Zwei besonders mutige und verdammt gute Schwimmer sind tatsächlich inmitten dieser unglaublichen Wellenberge unterwegs und werden immer wieder von ihnen verschluckt und ein paar Meter weiter wieder ausgespuckt. Ich staune mit offenem Mund und versuche dieses Schauspiel für Carsten mit der Kamera in Bild und Video einzufangen.

Der eine rennt vor der Welle weg, der andere springt direkt hinein

Keine kleine Wellen!

Idylle pur

Wellenbrecher

Ich hätte sicher noch Stunden zuschauen können, aber zum einen will ich nicht, dass sich Carsten Sorgen macht und zum anderen steht mir noch der Aufstieg in der prallen Mittagssonne bevor. Mit der Abgabe des Rucksacks habe ich dummerweise auch kein Wasser und kein Geld bei mir. Aber das Schicksal meint es gut mit mir. Ich bin gerade im Begriff nach oben zu steigen als ich mit einer Frau ins Gespräch komme, die mir spontan ein Wasser kauft damit ich beim Aufstieg nicht dehydriere. Super nett von ihr. Und tatsächlich leert sich die Flasche recht schnell auf meinem Weg nach oben. Reichlich tropische Sonne + körperliche Betätigung = Schwitzen ohne Unterlass. Als ich dann schon über 2/3 der Strecke hinter mir habe, sehe ich Carsten vor mir, der mit doch tatsächlich entgegengekommen ist. Ihm ist natürlich irgendwann auch aufgefallen, dass ich kein Wasser bei mir habe. Weiter oben ist wohl auch schon eine Frau kollabiert, der er geholfen hatte. Ihm hatte die Pause gut getan und eine junge Kokosnuss pushte seinen Energiehaushalt. Ich bin dankbar, dass er da ist und das mitgebrachte Wasser tut gut. Ziemlich platt komme ich mit ihm oben an und wir setzen uns in eine der vielen kleinen Hütten, wo er mir dann auch direkt eine Cola bestellt. Einer der seltenen Momente, wo auch ich dieses Getränk geil finde! 😉

Nach diesem superschönen Tag sind wir uns einig: die Fahrerei hat sich gelohnt. Mutter Natur hat sich uns von einer farbenfrohen und überwältigenden Seite gezeigt. Nusa Penida ist (noch) eine echte Perle der Natur!
An einem anderen Tag sind wir wieder auf der Straße unterwegs. Diesmal auf einer zwar schmalen, dafür aber sehr guten. 😉 Wir fahren Richtung Südosten, wo wir uns den Atuh Beach anschauen wollen. Auf dem Weg dahin begleitet uns das viele Grün der Insel. Ein schicker Kontrast zum blauen Himmel!

Grüne Insel

Schicke neue Straße

Carsten auf dem Spielzeug Moped 😉

Es wird merklich untouristisch und zwischen den wenigen Häuseransammlungen winken uns immer wieder Kinder zu. Nach vielen Kurven erreichen wir den höchsten Punkt und folgen einem kleinen Holzschild Richtung Atuh Beach. Wir kommen an einem Aussichtspunkt an und blicken direkt auf den Strand, der eingekesselt ist von einem Felsband, das am Ende in eine Art Brücke mündet. Sieht superschön aus und es besteht sogar die Möglichkeit nach unten zu laufen. Da wir vormittags noch schnorcheln waren sind wir schon wieder bei strenger Mittagshitze unterwegs und entscheiden uns dagegen. Sobald man vom Roller steigt und der kühlende Fahrtwind fehlt, glüht die Haut auf und wir dampfen aus allen Poren. Nach fünf Monaten Asien haben wir uns immer noch nicht an die Hitze gewöhnt. Bitter 😛

Cooler Viewpoint

Atuh Beach

Auf der ganzen Insel gibt es übrigens keinen einzigen Geldautomaten, der VISA akzeptiert. Wir haben überall rumgefragt und auch im Internet recherchiert, aber es scheint wirklich noch keinen zu geben. Da wir aber um eine weitere Nacht verlängern möchten und noch einen Schnorchelausflug mit dem Boot machen wollen, brauchen wir unbedingt Geld. Also doch in eine dieser dubiosen Wechselstuben? Wir hatten schon von den nicht durchschaubaren Tricks gehört und wie sie einen übers Ohr hauen. Obwohl man ganz genau das Geld nachzählt, schaffen sie es irgendwie einem doch viel weniger zu geben als einem zustünde. Perfide „Zauber“tricks, die immer funktionieren. In unserem abendlichen „Stammlokal“ fragen wir die Besitzer ob sie zufällig auch Dollar wechseln. Nein, tun sie nicht, aber in einem Warung (so heißen in Indonesien kleine Essenslokale) ganz in der Nähe, könnten wir fragen. Die hätten einen guten Kurs. Gesagt, getan. Und wir hatten Glück, wir wurden nicht übers Ohr gehauen 😉 Für den nächsten Tag können wir also den Schnorchelauslfug buchen. Wir wollen Mantas sehen! Dafür ist die Insel nämlich sehr bekannt. Am nächsten Tag geht es also los und wir steuern gleich als erstes die Manta Bay an. Und rate mal was passiert ist? Nichts. Keine Mantas weit und breit. Super schade, aber Natur ist Natur. Dafür waren die nächsten drei Spots wirklich schön und wir haben viele bunte Fische und Korallen gesehen.

Übrigens haben wir noch einen tollen Tipp um Schnorcheln zu gehen. Der Kutampi Beach im Norden ist eigentlich ein Einheimischen Strand, wo Fischer ihre Boote liegen haben. Strand ist zwar kaum vorhanden (je nach Ebbe/Flut). Dafür aber reichlich geniale Unterwasserwelt. Hier haben wir sogar kleine Seeschlangen, verschiedene Seesterne und eine kleine Muräne in einem Felsloch gesehen. Fast noch genialer als Crystal Bay Beach, plus dass du hier wirklich allein bist. Aufpassen muss man bei der Strömung. Wir sind einmal so weit abgetrieben worden, dass wir erst zwei Abschnitte weiter weg an Land gehen konnten ^^

Nusa Penida ist einfach traumschön und wenn uns nicht das Geld ausgegangen wäre oder wir einen VISA Automaten gefunden hätten, wären wir hier noch länger geblieben. Wir können eine klare Empfehlung für Nusa Penida aussprechen. Wie lange es hier noch so idyllisch bleibt? Wer weiß. Also schnell hin da. Es lohnt sich!

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