Weltreise Tagebuch

#48 Happy days in Vang Vieng

Carsten

13. – 14. März 2018
Vang Viengs Ruf als ehemalige Sauforgienstadt mit Happy-Drogenangebot eilt ihr voraus. Illegale Bars wurden mittlerweile abgerissen und der Konsum der sogenannten Happy-Drogen (Pilze, Hasch u.v.m.) wird recht teuer bestraft. Es heisst die Stadt zwischen Karstbergen und Reisfeldern sei noch auf der Suche nach einer neuen Identität. Wir sind auf der Suche nach ihren Höhepunkten und werden fündig 🙂

Nachdem wir uns von Muang Ngoi und ihren Bewohnern veraböschiedet haben fahren wir mit dem Longtailboot im Regen zurück nach Nong Khiaw. Für mich geht es samt unserem Gepäck mit dem „Taxi-Pickup“ gleich zum Busbahnhof während Nadine erstmal am Geldautomaten Geld besorgt, denn wir blieben in dem geldautomtenfreien Muang Ngoi bis wir abgebrannt waren 😉

Die ersten zwei Busse Richtung Luang Prabang sind schnell voll und so kommen wir erst zwei Stunden später weiter. Na gut, so können wir zumindest noch was essen gehen.

Mit einem vollkommen überladenen Minibus fahren wir dann 45 Minuten verspätet los und kommen nach drei Fahrstunden ohne Pause in Luang Prabang an. Unsere Unterkunft, das A Tee Guesthouse erweist sich als Glücksgriff und unser Lieblingsrestaurant vom ersten Luang Prabang Besuch liegt gleich ums Eck. Wir bleiben zwei Nächte und wollen mit einem Roller noch tolle Wasserfälle besichtigen. Der Rollerverleih ist kurzfristig nicht erreichbar und so wird es nichts aus dem Ausflug und wir erleben einen schönen Tag an dem mir Nadine noch die interessantesten Punkte von Luang Prabang zeigt. Außerdem statten wir noch mal unseren Lieblingslokalen einen Besuch ab.

Beim ersten Mal lag ich ja mit Fieber flach und nun entdecke ich die Stadt neu. Schön, dass wir nochmals hier gestoppt haben. Ein Zwischenstopp, der die lange Fahrt nach Vang Vieng, unserem eigentlichen Ziel, angenehmer macht.

Am nächsten Tag liegt also eine weitere siebenstündige Busfahrt vor uns. Jeder hat ein Ticket mit zugeteilten Sitzplätzen. Also alles ganz einfach und keine Probleme beim Zustieg. Pustekucken, ein älteres Paar tanzt aus der Reihe und weigert sich auf ihren Plätzen zu sitzen und beharrt darauf ganz vorne auf reservierten Sitzen zu sitzen. Ein Touri-Paar zum Fremdschämen. Egal, wir erleben eine tolle Fahrt über mehrere Pässe mit grandiosen Ausblicken. Die Natur ist hier in weiten Teilen unberührt und super schön anzuschauen. Berge, steile Kalkwände und tiefe Schluchten wohin wir schauen. Leider ist es recht diesig und die Fernsicht fehlt. Das ist jedoch jammern auf hohem Niveau. 😉

Unser Überlandbus nach Vang Vieng
Tolle Aussicht während der Fahrt
Der Fahrer fährt angenehm laotisch ruhig und macht sogar ausreichend Toilettenpausen. Was eine Freude, das sind wir von Vietnam so gar nicht gewohnt. Mit dem Sammeltaxi geht’s zur neuen Unterkunft, die hoch gelobt und abseits des Trubels gelegen sein soll. Wir hatten eine Nacht gebucht und wollten vor Ort nachbuchen, wenn es uns denn gefällt. Dem ist aber nicht so, ein von der lauten Durchfahrtsstraße geplagtes Zimmer mit stinkendem Abfluss und schimmeliger Klimaanlage sowie übler Matratze mit heftig durchdrückenden Federn lassen uns eine neue Unterkunft für die folgenden Nächte suchen. Auch wenn wir von der Busfahrt noch gerädert sind ziehen wir gleich los und finden etwas passendes im Zentrum. Geht doch 😉
Am folgenden Tag schauen wir uns erstmal in der Stadt um. Irgendwie ist hier eine seltsame Mischung aus Restaurants, Cafes und Kneipen, die zum einen noch aus den alten Suffzeiten übrig sind und zum anderen Anbietern, die versuchen Ausflüge in die umliegende Natur zu verkaufen. Das ehemals unter den meisten Travellern beliebte Tubing (im LKW-Schlauch den Fluß hinab treiben lassen und dabei hemmungslos zu feiern und zu saufen) findet kaum noch statt, da es zu einigen Todesfällen kam und die Bars am Flussufer im Auftrag der Regierung abgerissen wurden. Die jetzigen Touristen buchen vorwiegend Ballonfahrten, Ziplines, Buggyfahrten, Höhlen- und Lagunenbesuche. Ein paar vereinzelte Tubinggruppen kommen weiterhin und manchmal sieht man sie am Nachmittag durch die Straßen torkeln. Der Korruption geschuldet werden auch weiterhin Happy-Pizza, Happy-Shakes und weitere sogenannte Happysachen verkauft und nur der Konsum bestraft. In den meisten Lokalen gibt es Hinweisschilder, dass Drogenkonsum in Laos verboten ist, die Zivilpolizei vor Ort ist und hart durchgreift. 600$ oder Knast für einen Joint. Die Volksdroge Alkohol ist wie in den meisten Ländern legal und ist hier, wie auch bei uns überall erhältlich.
Warnhinweis: „Smoking joints is illegal in Laos. Many police on island.“
Wir bummeln über diverse mehr oder weniger stabile Holzbrücken die sowohl den Nam Xong als auch dessen Seitenarme überqueren. Wir erfreuen uns an den Ausblicken und dem eigenen Charme von Vang Vieng. Die großen Unterkünfte aus der Partyzeit hinterlassen nicht immer ein schönes Bild und die Massen an Sandwichständen sind irgendwie seltsam für so wenig Touristen. Doch hinter jedem Stand steht mindestens ein Mensch oder eine Familie, die ums Überleben kämpft. Gar nicht so einfach, wenn die Partygesellschaft wegfällt. Neue Konzepte werden entwickelt und schickere Cafes eröffnet. Longboattouren und Höhlenführungen werden angeboten. An jedem Hotspot und sei er noch so klein, steht jemand der etwas Geld erwartet. Und mittendrin gibt es weiterhin die Einheimischen, die gar nichts mit dem Tourismus zu tun haben und so gut es geht ihr Ding machen.
Sandwichstände soweit das Auge reicht 😉
Bausünde am Flussufer

Die nächsten Tage möchten wir möglichst ohne auf viele Gruppenreisende zu treffen Lagunen, Höhlen und Berge anschauen. Planung ist angesagt, vor allem jedoch für unsere Weiterreise und deshalb entfliehen wir der Mittagshitze und gehen zurück ins klimatisierte Hotelzimmer.
Zum Sonnenuntergang machen wir noch einen Spaziergang durch vertrocknete Reisfelder, die auch hier der Tierzucht dienen.

Am Flussufer öffnen diverse Lokale mit großräumigen Sitzgelegenheiten und vorwiegend gegrilltem Fleisch und Fischangebot. Sie warten auf Gäste und beschallen ihre Umgebung mit Musik. Es war hier wohl mal mehr los, viele Gäste sehen wir hier nicht. Im Gegensatz dazu erleben wir, wie immer mehr Minibusse Gäste zur Sonnenuntergangsbootsfahrt zum Fluss bringen. Man sieht zwar vom Fluss aus keinen Sonnenuntergang und die kleinen Longtailboote sind nicht nur recht schnell, sondern vor allem laut. Trotzdem haben die Leute Spaß und winken uns zu. Zeitgleich schweben Heissluftballons über uns und haben sicher einen grandiosen Ausblick. Wir sind uns einig, Ballonfahren wollen wir auch 🙂 Ab zum vom Reiseführer empfohlenen Anbieter. Googlemaps an und los gehts. Na toll, mal wieder umgezogen. Wie schon so oft, sind in touristisch geprägten Gegenden Reiseführer und Google nicht auf dem Laufenden. Wir werden trotzdem fündig, bekommen zwei Plätze für den nächsten Nachmittag und gehen voller Vorfreude essen. Anschliessend buchen wir noch einen Roller für morgen, wir wollen früh los um sowohl der Mittagshitze als auch den großen Gruppen zu entkommen.
Da fliegt er hin und wir wollen morgen mit
Da ist viel Platz für viele Gäste
Während die einen putzen und warten…
…fahren die anderen Boot.
Nach einer erholsamen Nacht gibt es für uns ein sehr lecker gefülltes Sandwich an einem der vielen Straßenstände und dann geht es ab zum Viewpoint bei Ban Na Thong Tai. Wie üblich endet die Anfahrt in einer Sandpiste. Der Weg kostet umgerechnet je einen Euro und ist für jeden der hohe Stufen mag gut geeignet 😉
Unsere Lieblingssandwichfrau brät unser täglich Sandwich 🙂
Unsere Lieblingsvariante mit geschmolzenen Zwiebeln, jungem Knoblauch, Tofu und vielem mehr für nur je 1 Euro.
Die 200hm Aufstieg sind wirklich gut gehbar und natürlich läuft uns der Schweiss aus allen Poren, auch wenn die Sonne noch gar nicht durch den Morgendunst scheint. Der Himmel ist zudem bewölkt und wir hoffen, dass es noch aufmacht. Nach 45min oben angekommen erfreuen wir uns über eine schöne Aussicht und dass wir alleine sind. Früh losmachen hat sich gelohnt. Wie gehofft wird die Kraft der Sonne schnell stärker und der Dunst löst sich teilweise auf. Wir posieren noch ein wenig zwischen den wirklich scharfen und spitzen Felsen bevor die nächsten Verschwitzen ankommen.
Es wird voller hier oben und wir steigen wieder ab, denn rund um Vang Vieng gibt es über 30 zugängliche Höhlen und natürlich wollen wir ein paar davon erkunden. Was uns alles im Licht der Stirnlampen begegnet berichten wir in einem eigenen Beitrag. Vorher gehen wir jedoch noch fliegen oder fahren 😉
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